Paris hat kulturell natürlich eine Menge zu bieten. Hier findet man unzählige verschiedene Museen, so dass auch der größte Kulturmuffel auf den Geschmack kommen wird. Ein Besuch des Louvre ist auch für jeden Kunstbanausen ein Muss. Viele der Museen haben jeden 1. Sonntag im Monat kostenlos geöffnet. Die Museen, die der Stadt gehören, können so oder so umsonst besucht werden. Einige Museen haben montags und dienstags geschlossen. Außerdem laden Viertel wie das Quartier Latin zum Bummeln und Entdecken der vielen Buchläden, Kinos und Theater ein.
Der Louvre besitzt das größte Museum von Paris und ist nicht nur wegen der Mona Lisa und dem Venus von Milo einen Besuch wert. Wenn man die gesamte Kunstsammlung anschauen möchte, kann man hier mehrere Wochen verbringen. Doch einen kleinen Eindruck sollte sich jeder Besucher von Paris machen. Schließlich können Sie dann sagen, dass Sie schon das Original der Mona Lisa gesehen haben. Mit einer Fläche von rund 60.000 qm ist das Louvre das drittgrößte Museum der Welt. Rund 35.000 Exponate und fast 400.000 verschiedene Werke werden hier ausgestellt. Bevor Ludwig der XIV ins Schloss von Versailles zog war das Gebäude Sitz des Königs von Frankeich. Seit 20 Jahren steht im Innenhof eine imposante Glaspyramide. Freitags haben Besucher bis 25 Jahre freien Eintritt.
Das Musée d'Orsay war früher der Bahnhof von Orsay. Von 1977-1986 wurde dieser in ein Museum umgebaut. Das Museum befindet sich gegenüber vom Louvre. Hier werden rund 4.000 Kunstwerke ausgestellt. Gemälde von Vincent von Gogh, Jean-François Millet und Skulpturen von Auguste Rodin oder François Pompon kann man hier finden.
In diesem Museum sind viele Werke vom Künstler selbst sowie seine private Kunstsammlung ausgestellt. Über 250 Gemälde und 160 Skulpturen von Picasso sowie von Paul Cézanne und Henri Matisse werden hier den Besuchern präsentiert. Die Erben von Picasso haben den Großteil der Sammlung gestiftet.
Das Museum befindet sich im 5. Arrondissement von Paris. Das Hauptaugenmerk dieses Museums liegt unwiderruflich auf dem sechsteiligen Wandbehang, "The Lady and the Unicorn" und einem besticktem Vorhang aus Gold, dem "Antependium". Die Sammlung stammt hauptsächlich aus den Beständen des Archäologen und Kunstsammlers Alexandre du Sommerard. Das Erbe des Archäologen wurde vom Staat aufgekauft und in einer früheren römischen Therme entstand das Museum.
Das Anatomie-Museum ist nicht für jedermann sehenswert. Für Leute die sich für diverse Teile des Körpers interessieren und mehr über die einzelnen Organismen erfahren wollen, ist dieses Museum jedoch sehenswert. Im 8. Stock der medizinischen Fakultät der René-Descartes-Universität kann man hier Gehirne, Innereien von Mensch und Tier sowie verschiedene Skelette anschauen. Insgesamt umfasst das Museum rund 6.000 Ausstellungsstücke. Missgebildete Gehirne und Köpfe hingerichteter Krimineller kann man hier betrachten. Das Museum ist nicht für jeden Geschmack etwas. Wenn man es allerdings besuchen möchte, muss man sich vorher anmelden. Geöffnet hat es nur am Dienstag und Donnerstag.
Dies Museum ist das größte Wissenschaftsmuseum von ganz Europa. Hier findet man ein Planetarium, ein U-Boot, ein IMAX Kino und ständig wechselnde Ausstellungen zu den unterschiedlichsten Themen. Ein spezieller Bereich für Kinder macht dieses Museum zu einem Familienausflugsziel. Wenn Sie sehr interessiert sind, können Sie sich auch mit Forschern und anderen Besuchern des Museums austauschen.
Das Gebäude wurde nach 6-jähriger Erstehungszeit 1977 eröffnet. Die Aufgabe des Centre Georges Pompidou liegt darin, allen Mensch, freien Zugang zu Wissen zu garantieren. Hier befinden sich zwei Bibliotheken, das Musée National d'Art Moderne und das IRCAM, das musikalische und akustische Forschung betreibt. Außerdem findet man hier ein Restaurant, ein Café, eine Kinderwerkstatt, Kino-, Theater- und Vortragssäle. Die Architektur des Gebäudes beeindruckt und spaltet die Meinungen. Manch einer behauptet, das Gebäude ähnelt von innen einer Fabrik. Viele sind der Meinung, das Gebäude passe nicht ins Stadtbild. Trotzt des schlechten Rufs unter vielen Einheimischen lohnt es sich, das Gebäude zu besuchen. Im Vorplatz treten oft gute Straßenkünstler auf.
In dieser Oper soll das berühmte Phantom der Oper gespukt haben. Die ersten Aufführungen waren angeblich von mysteriösen Geräuschen begleitet. 1896 stürzte sogar ein Kronleuchter aus unerklärlichen Gründen von der Decke und tötete eine 56-jährige Frau. Heutzutage werden hier häufig Ballettaufführungen gezeigt, seltener finden traditionelle Opern oder Konzerte statt.
Das berühmte Moulin Rouge ist das wohl bekannteste Variété der Stadt. 1889 wurde das Moulin Rouge gegründet. Den Namen erhält das Variété auf Grund der Nachbildung einer roten Mühle auf dem Dach des Gebäudes. Früher fanden dort meist Bälle statt. Später wurden hier auch Operetten und Revuen aufgeführt. Heute besticht es durch ein wechselndes Programm von Artisten, Tänzern, Musikern und Akrobaten. Zu neuer Beliebtheit gelang das Variété durch den erfolgreichen Kinofilm "Moulin Rouge".
Das Institut du Monde Arabe (kurz: IMA)befindet sich im 5. Arrondissement von Paris und wurde zur Förderung des arabisch-französischen Verhältnisses gegründet. Seit 1987 ist das Gebäude für die Öffentlichkeit zugänglich. Es beinhaltet ein Museum der arabischen Kunst, ein Sprachlabor, ein Kino und eine Bibliothek. Außerdem kann man in dem Restaurant typisch Gerichte aus muslimischen Ländern probieren. Finanziert wird das Gebäude von Frankreich und 22 weiteren Mitgliedsstaaten.
Die Nationalbibliothek ist ein architektonischer Blickfang. Auf einer Gesamtfläche von rund 60.000 qm stehen 4 ca. 80 Meter hohe, L-förmige Türme, im 12.000 qm Garten. Die Türme sollen aufgeschlagene Bücher darstellen. Insgesamt besitzt die Bibliothek über 30 Millionen Bücher.
Das heutige Museum war früher die Wohnung vom Ehepaar Édouard André und Nélie Jacquemart. Die Wohnung gehört seit 1913 dem Staat. Hier können Sie die private Kunstsammlung des Ehepaars bewundern. Zu Lebzeiten hat das Paar Kunst aus ganz Europa gesammelt. Hier werden Gemälde von van Gogh und viele italienische Skulpturen aus dem 15. und 16. Jahrhundert ausgestellt.
In der Buchhandlung Shakespeare and Company findet man überwiegend englische Lektüre. Eröffnet wurde die Buchhandlung 1919. Der Buchladen befindet sich im Quartier Latin und ist Treffpunkt vieler englisch schreibender Schriftsteller und war auch schon Treffpunkt berühmter Schriftsteller wie Ernest Hemmingway und James Joyes.
Im 3. Jahrhunert vor Christus gehörte die Gegend des heutigen Paris zu einer keltischen Siedlung. Zu der Zeit hieß die Stadt Lutetia und gehörte dem Stamm der Parisii auf der Seine-Insel an. Zu großer Bedeutung gelang die Stadt erstmals im Jahr 52 v Chr. Zu der Zeit versuchte Julius Caesar Lutetia zu erobern. Der erste Versuch scheiterte jedoch. Beim zweiten Versuch ließen sich die Römer am linken Seineufer nieder und gründeten die Stadt Parisa. Sie erbauten Thermen, ein Forum und ein Amphitheater.
Die Römer wurden im Jahr 508 aus der Stadt vertrieben und die Stadt wurde zum ersten Mal zur Hauptstadt ausgerufen. Die Franken unter Führung Chlodwig I. beherrschten das Land. Die Karolinger herrschten rund 500 Jahre und die Stadt litt während der Zeit häufig unter Angriffen der Wikinger und anderer Stämme. Dadurch waren viele Einwohner gezwungen von der Stadt wieder auf die umliegenden Inseln zurückzukehren. 987, unter dem Kapetiger Hugo Capet, der so genannte "Graf von Paris", wurde die Vormachtsstellung der Stadt ausgebaut und er verhalf Paris endgültig zur Hauptstadt von Frankreich zu werden. Im Mittelalter entstanden in Paris wichtige Gebäude wie die Sorbonne oder die Universität von Paris. Während des 100-jährigen Krieges war Paris, von 1420-1436, von englischen Streitkräften besetzt.
Zur Zeit des Absolutismus herrschte der berühmte Ludwig XIV über Paris. Schon mit gerade mal 5 Jahren bestieg Ludwig den Thron und war mit einer Herrschaftszeit von 72 Jahren der längste König der Neuzeit. Unter dem so genannten Sonnenkönig begann ein regelrechter Bauboom. Zu dieser Zeit entstanden viele imposante Gebäude. Der Place des Vosges, Palais du Luxembourg oder das Hôtel des Invalides wurden errichtet. Ludwig der XIV ließ die alten Stadtmauern abreißen und breite Boulevards entstanden. Die Residenz des Königs wurde ins für ihn erbaute Schloss Versailles verlegt. Paris blieb dennoch politisches und wirtschaftliches Zentrum von Frankreich. Die Zeit des Sonnenkönigs wurde von blutigen Religionskriegen zwischen den protestantischen Hugenotten und den Katholiken beschattet.
Mit dem Sturm auf die Bastille begann 1789 die französische Revolution. Der Pariser Bevölkerung ist es zu verdanken, dass das Land von der Monarchie befreit wurde und die französische Republik war in greifbarer Nähe. Der Papst ernannte 1804 Napoléon zum französischen Kaiser. Der Arc de Triomphe erinnert an die Herrschaft des Kaisers. Zur besseren Verteidigung wurde 1844 die bis dahin größte Befestigungsanlage erbaut. Im Bereich des heutigen Boulevard Périphérique befand sich die 39 Kilometer lange, mit 94 Bastionen und 16 Forts ausgestattete Befestigungsanlage. Im goldenen Zeitalter, der so genannten Belle Époque, war Paris das Zentrum der Kunst und Kultur. Zu der Zeit entstanden wichtige Teile der Infrastruktur, die erste U-Bahn Linie, viele Parkanlage und der Eifelturm in Paris. Es wurden Kunstformen des Dadaismus und der Surrealismus erfunden. Insgesamt sechs Weltausstellungen fanden hier zwischen 1855 und 1937 statt. 1921 lebten rund 3 Millionen Menschen in Paris. Das ist bis heute die höchste Einwohnerzahl von Paris.
Am 14.06.1940, während des zweiten Weltkrieges, nahm die deutsche Wehrmacht Paris ein. Von 1940-1944 wurde die Stadt besetzt. 13.000 Juden wurden während der Zeit in osteuropäische Konzentrationslager gebracht. 1968 fand eine Revolte statt. Die Leute veranstalteten Maßensstreiks, allen voran die Studenten. In ganz Frankreich fand die Protestwelle rund 7 Millionen Anhänger. Im Verlauf des 20. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zur multikulturellen Weltstadt. Dies ist sie bis heute so geblieben. Momentan leben rund 2 Millionen Menschen in Paris und jedes Jahr besuchen rund 25 Millionen Touristen die Stadt der Liebe.